• Laufskálarétt - zu Gast beim größten Pferdeabtrieb auf Island. © Jan Bosch

    Laufskálarétt

    Blönduas, Island. © Jan Bosch

  • © Jan Bosch

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Laufskálarétt – Abtrieb der Islandpferde

Die Aufregung knistert in der kühlen Luft in Hofsós am Skagafjörður, einem Fjord im Norden Islands. Die Bergspitzen der Halbinsel Tröllaskagi sind schon Ende September mit frischem Schnee gepudert. In warme Kleidung gehüllt, mit Thermoskanne und Kamera bewaffnet, wartet eine bunte Menschenmasse in einem abgelegenen Tal auf das Ende des Sommers.

„Gleich müssen sie kommen!“. Das Klappern tausender Hufe im Viertakt ist schon länger zu hören. Es wird immer lauter, als die ersten der rund 800 Islandpferde über die Hügelkuppe strömen, die sie bis zuletzt unseren Augen verborgen hat. Die Menge der Pferdebegeisterten kennt kein Halten mehr. Jeder möchte einen guten Platz ergattern, um das Spektakel möglichst nahe zu erleben. Ein scheinbar nicht endender Strom aus Pferdeleibern ergießt sich über die herbstlich leuchtenden Hänge ins Tal hinunter. Das Gedränge ist groß, kein Tier gleicht dem anderen, bunte Fellfarben soweit das Auge reicht. Mit wehender Mähne kommen die Islandpferde dem Ziel des diesjährigen Abtriebs entgegen.

Den Sommer verbringen die Islandpferde in großen Herden in Freiheit in den endlosen Weiten des Hochlandes. Steht im September der Winter vor der Tür und Neuschnee die ersten Bergrücken bedeckt, reiten die Isländer nach Jahrhunderte alter Tradition auf die Hochweiden. Dort treiben sie die verstreuten Tiere zusammen und geleiten sie ins Tal, wo sie den Winter verbringen. Unterstützung erhalten sie von zahlreichen Pferdebegeisterten. Die Teilnahme am Abtrieb ist ein ganz besonderes Abenteuer. Viele reisen extra für dieses Ereignis an und nutzen das Angebot verschiedener Farmen, als Treiber mitzuarbeiten.

Die herbstlichen Abtriebe der Islandpferde finden in unterschiedlicher Größe auf ganz Island statt. Wir haben uns entschieden ganz in den Nord-Westen der Insel am Polarkreis zu fahren. Hier im Skagafjörður, einem malerischen Fjord, der sich weit ins Land hinein erstreckt, findet der größte und wohl spektakulärste Abtrieb statt. Viele Isländer fiebern diesem Ereignis schon das ganze Jahr über entgegen. Wie bei einem Volksfest strömen hier die Menschen zusammen, feiern, tanzen, singen und vergnügen sich bis weit in die Nacht hinein. Aus ganz Europa kommen Touristen hierher, um diesem einmaligen Ereignis beizuwohnen. Hautnah kann man sich mit Züchtern und Pferdekennern unterhalten, erfährt die Neuigkeiten der Szene oder genießt ganz einfach das Schauspiel.

Züchter und Schaulustige warten am Rétt, einem großen, umzäunten Sammelplatz. In radförmigen Pferdescheiden, auf Island Stóðréttir genannt, werden die Tiere der verschiedenen Gehöfte getrennt. Zunächst werden die Tiere in eine Art Round-Pen getrieben. Von diesem zweigen weitere umzäunte Areale mit vergitterten Zugängen ab. Die Pferdebesitzer haben jetzt die Aufgabe, ihre eigenen Pferde in der großen Masse zu finden und durch den entsprechenden Zugang in den abgeteilten Bereich ihrer Farm zu treiben.
Wurde eines seiner Tiere erspäht, versucht man mit mehreren Helfern und wedelnden Armen das Tier von der Masse zu isolieren und in Richtung des Ausgangs zu treiben. Hierbei ist größter Körpereinsatz und vereinte Kräfte gefragt, denn die Islandpferde wollen ihre sommerliche Freiheit nicht so recht aufgeben. Unter eifrigem Schnauben spielen sich reinste Ringkämpfe zwischen Mensch und Pferd ab. Die Vorgehensweise mag dem Laien teilweise etwas rabiat erscheinen, die robusten Islandpferde scheinen sich daran aber kaum zu stören. Kaum sind sie aussortiert, fangen sie an, zu grasen und oder werden von den anwesenden Kindern mit Brot versorgt.

Hat eine Farm all ihre Tiere gesammelt, werden sie per Pferd oder auch motorisiertem Gefährt auf kürzestem Wege zur Farm auf die Winterweide getrieben. Im nächsten Frühjahr, wenn die schlimmsten Winterstürme überstanden sind, geht es für alle Tiere wieder ins Hochland.

Die Islandpferde, die mit einem Stockmaß von 130-145cm meist noch in die Bezeichnung Pony fallen, können dank ihres kräftigen Körperbaus auch von Erwachsenen geritten werden.

Sie zählen zu den Gangpferden, da die meisten Islandpferde neben den Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp auch noch über den genetisch fixierten Pass und Tölt verfügen.

Beim Tölt handelt es sich um einen Viertakt, die Sprungphase fehlt. Ein Reiter kann sich so ohne größere Erschütterungen fortbewegen und selbst große Distanzen durch das häufig unwegsame Hochland bewältigen. Noch bis in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts war es hier Gang und Gäbe, das Pferd als Reit- und Lasttier zu nutzen, da es kein flächendeckendes Straßennetz gab.

Knapp 80.000 der gutmütigen Warmblüter leben auf Island. Es herrscht ein Importverbot für Islandpferde, so dass die Population frei von den Mitteleuropäischen Pferdekrankheiten und Einkreuzungen ist. Damit das auch so bleibt, ist sogar die Einfuhr von benutzter Reitausrüstung streng reglementiert.